leverkusener jazztage

The Hardest Working Man In Show Business

James Brown

"Thanks to James Brown for inventing modern music", so DJ Shadows euphorischer Dank an den "hardest working man in show business", James Brown. Doch nur wenige wissen, was James Brown musikhistorisch geleistet hat. Sicherlich, sein erster Hit aus dem Jahr 1959, "Please, Please, Please", machte ihn über Nacht berühmt, und seine Songs aus den 60ern wie zum Beispiel "Sexmachine" und "Papa´s Got A Brand Bag" sind heutzutage eine Groove-Fundgrube für zahllose HipHopper und DJs. Doch erklärt dies noch lange nicht seine Leistung. brown Denn die liegt im Verborgenen: In der Mitte der 60er fand er unter dem Einfluß seines damaligen musikalischen Leiters, dem Saxophonisten Pee Wee Ellis, zu einer fruchtbaren Synthese aus Soul, Gospel und Jazz. Diese Synthese erlaubte ihm auf der Bühne zu agieren wie bei einer Jazz-Jamsession: "Viele Solos mußten auf Zuruf von James Brown ad-hoc improvisiert werden", wußte JB Horn Maceo Parker der Autorin von "Living In America - The Soul Saga Of James Brown", Cynthia Rose, zu berichten. Und dem Journalisten Chuy Varela erzählte James Brown 1986, daß er nie R & B gemacht habe: "Meine Musik kam immer schon von Gospel und Jazz, welche heute eben als Funk und Soul bezeichnet werden." Nachdem er Ende der 60er mit "Say It Loud, I´m Black And I´m Proud" die heimliche Hymne der afroamerikanischen Bürgerbewegung geschrieben hatte und solche jungen Musiker in seine Band integrieren konnte wie den späteren Funketeer Bootsy Collins, wurde es in der zweiten Hälfte der 70er Jahre ruhig um ihn. Doch sein Einfluß auf die Funk-Musik war ungebrochen und er kehrte 1984 mit dem gemeinsam mit Afrika Bambaataa eingespielten Song "Unity (The Third Coming)" erfolgreich zurück. Doch dann wurde er 1988 unter anderem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und unerlaubtem Waffenbesitzes zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er drei Jahre absaß. Aber nachdem der Godfather Of Funk am 10. Januar mit einem Stern auf "Hollywoods Walk Of Fame" geehrt worden war, besann er sich wieder auf das, was ihn während seiner gesamten Karriere ausgezeichnet hatte: Sein fleischiger und schweißtreibender Funk live dem Publikum zu präsentieren.

In Concert, 19.10. 18:00 Uhr, Wilhelm Dopatka Halle