leverkusener jazztage

Kubanische Nächte

Roy Hargrove "Crisol"

Roy Hargrove: tp, Chucho Valdez: p, David Sanchez: sax, Frank Lacy: tb, `El Negro´ Horacio Hernandez: dr, `Changuito´ Jose Luis Quintana: timb, `Anga´ Miguil Diaz: cga, John Benitez: b, Gary Bartz: sax, Russel Malone: guit, Eve Cornelious: voc

Er ist erst 27, der Trompeter Roy Hargrove, und wird bereits in einem Atemzug mit Wynton Marsalis genannt. Der nahm sich 1987 seiner an und gab der Karriere des jüngeren Kollegen eine gewaltigen Push. roy Hargrove ist wie Marsalis ein €sthet, artikuliert überaus sauber und bevorzugt selbst bei druckvollen Höhen einen weichen, aber dennoch klaren Ton. In seinem jüngsten Projekt, "Habana" (Verve/Motor), hat der den musikalischen "Melting-Pot" Kuba für sich entdeckt, wo spanische, afrikanische und indianische Einflüsse eine rhythmisch expressive Symbiose eingegangen sind. Crisol, so nennt Hargrove seine aktuelle Formation für seinen Abstecher auf die Zuckerinsel, ist aus einer "Sessiongemeinschaft" hervorgegangen und folgt mit blitzblankem Bleck und satter Percussion einem eher einschmeichelnden als schweißtreibenden Klangideal. Selbst bei einem Titel wie der atemberaubenden Chucho-Valdez-Nummer "Mr. Bruce" steht der schöne Ton im Vordergrund, was jedoch nicht heißen soll, daß hierbei blutarm musiziert wird. Das Crisol-Konzert dürfte in dieser Hinsicht über jeden Zweifel erhaben sein.

Verve Night, Forum, 17.10. 19:30