leverkusener jazztage

Rechtzeitig

Allan Holdsworth Band

Allan Holdsworth: guit, Dave Carpenter: b, Gary Novak: dr

alan Es hat mehr als drei Jahre gedauert, bis Allan Holdsworth sein neues Album, "None Too Soon" (JMS/FMS), veröffentlichen konnte. Diese Pause hatte aber nicht der 1946 im englischen Bradford geborene Gitarrist zu verschulden: "Ich hatte so viel Ärger mit diesem Album: Es kam bereits vor über zwei Jahren in Japan (bei Polygram) raus, und kurz danach sollte es auch weltweit erscheinen. Aber dann hat dieser Typ in Amerika entschieden, daß es weder in den USA, noch in Europa erscheinen sollte - also nur in Japan", erzählte er dem Magazin Gitarre & Bass. Trotzdem hatte er hierzulande mit dieser ungewöhnlichen CD - hauptsächlich Jazz- und Popstandards wie "How Deep Is The Ocean" und "Norwegian Wood" sind darauf zu hören - großen Erfolg: So wurde "None Too Soon" kurz nach der Veröffentlichung mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Schon vor 30 Jahren ließ sich Holdsworth nicht auf eine Stilrichtung festlegen und pendelte ständig zwischen Avant-Rock, Rock, Pop, Jazz und Fusion. War er in den 70er Jahren oft als Sideman bei den unterschiedlichsten Musikern beschäftigt - unter anderem spielte er zeitweise in Tony Williams Band Lifetime die Gitarre -, so konzentrierte er sich in den 80er Jahren auf seine Solo-Karriere und nahm solche maßgeblichen Alben wie zum Beispiel "I.O.U." und "Atavachron" unter eigenem Namen auf. Doch nach seinem Ausflug in die Welt des Standard-Jazz und der Popmusik plant er eine CD, auf der wieder ausschließlich seine eigenen Stücke zu finden sein werden: "Mir gefällt einfach die Herausforderung, Neues zu kreieren. Deshalb werde ich in diesem Jahr auch ein Album mit meinem neuen Trio machen. Als Gäste werden Alan Pasqua und Walt Fowler fungieren. Wir arbeiten schon an den Kompositionen", erläuterte der eigensinninge Gitarrist seine Zukunftspläne. Doch gleichgültig, ob er nun das Standardrepertoire des Pop und Jazz interpretiert, oder ob er seine eigene Musik dem Publikum präsentiert, sein eigenständiger Ton sorgt ebenso dafür wie seine weitschweifige und kauzige Phrasierung, daß er jeder Stilistik seinen eigentümlichen musikalischen Stempel aufzudrücken versteht.

16.10., Forum, 19.30Uhr; Guitar Summit