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Flying Home
Illinois Jacquet Big Band
Mit einem kurzen Solo über "Flying Home", das Illinois Jacquet zum erstenmal 1942 in der Band von Loinel Hampton blies, wurde der Tenorsaxophonist über Nacht berühmt und legte den Grundstein für zahlreiche R&B-Saxophonisten, die später dessen expressives Spiel auf dem Tenorsaxophon zu imitieren versuchten. Illinois Jacqet, der am 31. Oktober 1922 in Broussard/Louisiana geboren wurde, stellte mit seinem mächtigen und kraftvollen Texas-Ton den Blues in den Mittelpunkt seiner brodelnden Improvisationskunst: "Der Blues kommt vom Süden, und ich bin von dort", so seine Überzeugung.
Von Beginn an war es sein Anliegen, die Ausdrucksmöglichkeiten auf dem Tenorsaxophon durch speziellen Spieltechniken zu erweitern: So stieß er zum Beispeil lange vor John Coltrane mit einer von ihm entwickelten Überblastechnik in damals nicht für möglich gehaltene Regionen auf dem Saxophon vor. Dadurch wußte er die für ihn typische riffartige Melodik zu verstärken und war zwangsläufig an zahlreichen Jazz-At-The-Philharmonic-Tourneen und Platteneinspielungen zum Beispiel mit Dizzy Gillespie, Charles Mingus und Gene Kruppa beteiligt. In den 40er Jahren entdeckte er seine Vorliebe für die Arbeit in der Big Band: "Die Big Band gibt mir die Gelegenheit, auch mal zu singen, mich selbst auszudrücken auf all den Instrumenten, die ich spiele, all meine Talente zu entfalten", wußte er der Zeitschrift Jazzpodium zu berichten. Big-Band-Musik ist für Jacquet die klassische Musik Amerikas. Deshalb betrachtet er seine Illinois Jacquet Big Band auch als Talentschmiede für den Jazznachwuchs, in der dieser das allgemeingültige Big-Band-Standardrepertoire erlernen kann. Und auch heute noch ist "Flying Home" im Bandbook seines Orchesters: "Es ist fast undenkbar, daß wir in Europa ein Konzert spielen können und dabei nicht `Flying Home´ bieten."
All That Jazz, 12.10. Forum, 19:30
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